Hallo lieber Leser,

heute eine Aktualisierung zur Colgate-Palmolive Aktie:

Colgate-Palmolive ist der weltgrößte Hersteller von Zahnpasta und Zahnbürsten (46% des Weltumsatzes von Zahnpasta und Zahnbürsten werden mit diesen Colgate-Produkten erzielt). Neben Produkten für den oralen Bereich stellt das Unternehmen noch Tiernahrung, Reinigungsprodukte (z.B. Ajax) und Körperpflegeprodukte, wie Shampoos und Seifen her. Colgate-Palmolive ist global sehr breit aufgestellt und in nahezu allen Märkten vertreten. Die Marken des Unternehmens verfügen über einen hohen Bekanntheitsgrad und machen Colgate-Palmolive zu einem klassischen Burggraben-Unternehmen. Colgate-Palmolive gehört zu den Dividenden-Aristokraten und zahlt seit 1895 jedes Jahr eine Dividende. Zudem sind die Dividenden seit 30 Jahren im Schnitt um 10% p.a. erhöht worden.

Finanzkennzahlen (Stand 10.05.2018):

  • Colgate-Palmolive Aktie WKN: 850667
  • Kurswert: 61,9$
  • Dividendenrendite:  2,6%.
  • Ausschüttungsquote (Dividende / Gewinn): 67%
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 26,2
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): n.a.
  • Marktkapitalisierung  54,4 Milliarden $

SWOT-Analyse Colgate-Palmolive Aktie:

Stärken: Aufgrund der starken Marken ist Colgate-Palmolive ein klassisches Burggraben-Unternehmen nach Buffett. Das Unternehmen ist weltweit der mit Abstand größte Hersteller von Zahnpasta und Zahnbürsten. Das Unternehmen zeichnete sich in der Vergangenheit durch sein konstantes Wachstum aus. Zudem verfügt das Unternehmen über werthaltige Partnerschaften mit Zahnärzten. Mit einer Brutto Marge von fast 60% und einer EBIT-Marge von über 24% ist das Unternehmen zudem hochprofitabel. Weiterhin ist das Unternehmen weltweit stark und breit aufgestellt. Colgate-Palmolive gehört zu den wenigen Dividenden-Aristokraten.

Schwächen: Da über 80% des Umsatzes außerhalb der USA erzielt wird, ist Colgate-Palmolive etwas anfälliger gegen Währungsrisiken als manche Wettbewerber. Der Zahnpasta- und Zahnbürsten Markt ist stark gesättigt. Wachstum kann nur durch Steigerung der Marktanteile oder Preiserhöhungen erzielt werden. Außerdem hat Colgate-Palmolive sein gesamtes Eigenkapital durch zu hohe Ausschüttungen (Dividenden und Aktienrückkäufe) aufgezehrt.

Chancen: Colgate-Palmolive ist global breit diversifiziert. Dennoch können weitere Marktsegmente erschlossen werden. In Ländern wie China werden auch in den nächsten Jahren immer mehr Menschen Zugriff auf die Produkte erhalten, was zu weiterem Wachstum führen kann. Weitere Produktlinien z.B. im Tiernahrungssegment können für zusätzlichen Umsatz sorgen. Zudem kann Colgate durch den Zukauf von anderen Unternehmen weitere Märkte erschließen.

Risiken: Durch den stärker werdenden Wettbewerb besteht die Gefahr, dass Marktanteile verloren gehen oder die Gewinnmargen sinken. Colgate-Palmolive stand bereits wegen Tierversuchen in der Kritik. Solche Nachrichten können das Image und die Marken des Unternehmens nachhaltig schädigen. Außerdem gibt es Zeichen dafür, dass der wachsende Onlinehandel sich auf das Verbraucherverhalten auswirken könnte und bekannte Marken nicht mehr so stark nachgefragt werden. Dies kann sich langfristig negativ auf die Unternehmensentwicklung auswirken.

Langfristchart

Chart Colgate

Die Aktie des Konsumgutkonzerns konnte in den letzten Jahren den Vergleichsindex schlagen. Neben den soliden Kursgewinnen konnten die Aktionäre eine ordentliche Dividende mitnehmen. Positiv fällt zudem die robuste Entwicklung bei Wirtschafts- und Finanzkrisen auf. Die Aktie von Colgate-Palmolive war in der Vergangenheit ein „sicherer Hafen“ für Investoren.

Analysteneinschätzungen:

Aktuell liegen 18 Analysteneinschätzungen vor. Hiervon geben 5 Analysten eine Kaufempfehlung ab. 11 Analysten stufen das Papier mit „Halten“ ein. 2 Analysten votieren mit „verkaufen“. Das mittlere Kursziel liegt bei 75,50$.

Für die nächsten Jahre rechnen die Analysten mit einem Wachstum von durchschnittlich 8% pro Jahr. Damit liegt diese Schätzung deutlich über dem Wachstum der letzten Jahre.

Wachstumsanalyse (18 Punkte):

Wachstum Colgate Palmolive

Wachstum Colgate Palmolive

An den Fundamentaldaten lässt sich erkennen, dass das Wachstum in den letzten Jahren nur gering ausfällt. Der aktuelle Unternehmensgewinn ist zudem mit rund 270 Mio. $ durch Effekte der US-Steuerreform belastet. Die Dividende steigt zudem seit Jahren stärker als die Unternehmensgewinne und Cashflows. Hieraus lässt sich schließen, dass die Dividendenpolitik (stark steigende Dividenden) nicht mehr unendlich lange fortgeführt werden kann.

Zudem hat das Unternehmen in den letzten Jahren mehr Geld an die Aktionäre ausgeschüttet, als es verdient hat (Dividenden und Aktienrückkäufe). Laut Bilanz liegt deshalb kein Eigenkapital mehr vor.

Ich rechne daher damit, dass die Aktienrückkäufe in den nächsten Jahren zurückgefahren werden müssen. Das Aufbrachen des gesamten Eigenkapitals ist zwar grundsätzlich nicht gefährlich, solange die Cashflows stabil bleiben, es zeugt für mich jedoch nicht von einem guten Finanzmanagement.

Wirtschaftlicher Führungsstil (66 Punkte):

Managementkennzahlen Colgate Palmolive

Managementkennzahlen Colgate Palmolive

Da Colgate-Palmolive das gesamte Eigenkapital verbraucht hat, können viele Kennzahlen nicht klassisch bestimmt werden. Die Gesamtkapitalrendite ist hingegen weiterhin aussagekräftig und befindet sich auf einem hohen Niveau. Das Unternehmen arbeitet also prinzipiell sehr rentabel.

Die Verbindlichkeiten sind in den letzten Jahren etwas angestiegen, um die hohen Ausschüttungen und die erforderlichen Investitionen tätigen zu können. Insgesamt ist es kein gutes Signal wenn Schulden aufgenommen werden, um Geld an die Aktionäre auszuschütten. Die aktuelle Verschuldung liegt noch in einem akzeptablen Bereich. Aktuell muss das operative Ergebnis (EBIT) rund 1,8 mal aufgewendet werden, um die langfristigen Schulden bedienen zu können.

Renditekalkulation (91 Punkte):

Renditekalkulation Colgate

Renditekalkulation Colgate

Die Bewertungsverfahren suggerieren, dass die Aktie aktuell ungefähr im Bereich ihres fairen Wertes notiert. Da die Verfahren relativ nah zusammenliegen, wird der innere Wert als Mittelwert  ermittelt. Der innere Wert liegt daher bei rund 68,70$. Da ich dabei eine optimistische Unternehmensentwicklung unterstelle, sollte eine Margin of Safety eingefordert werden. Meine Kaufmarke liegt bei ca. 55$.

Fazit Colgate-Palmolive Aktie (175 von 300 Punkten):

Die Colgate-Palmolive Aktie ist in den letzten Jahrzehnten ein solides Investment gewesen. Der Konzern ist global breit aufgestellt und das Produktportfolio ist hochgradig diversifiziert. Das Geschäftsmodell ist hochprofitabel und erlaubt es dem Unternehmen, seine Aktionäre teilhaben zu lassen. Das Management hat angekündigt, dass sich auf Wachstumsmärkte konzentriert werden soll. Hierzu wurden hohe Werbebudgets freigegeben, die die Marken des Konzerns in diesen Märkten stärker etablieren sollen.

Negativ fällt das geringe Wachstum und die Ausschüttungspolitik des Unternehmens auf. Über Dividenden und Aktienrückkäufe wurde über Jahre mehr Geld ausgeschüttet, als verdient worden ist. Hierdurch wurde das komplette Eigenkapital aufgebraucht. Direkte Risiken sind wegen der stabilen Cashflows und der Möglichkeit, die Aktien wieder auf den Markt zu bringen, nicht gegeben. Dennoch sieht ein nachhaltiges Finanzmanagement meiner Meinung nach anders aus.

Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie bei rund 66,50$ fair bewertet. Darunter können erste Positionen langfristig aufgebaut werden. Nachkaufkurse sind bei 59,85$ (90% vom inneren Wert) und 53,20$ (80% von inneren Wert) erreicht.

Fragen zum Bewertungsverfahren? Guckst Du hier:

Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 1

Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 2

Bis dahin und liebe Grüße euer Hamster

Unterschrift

[Sonstige Quellen: Pexels.com, Guidants.com]

Risikohinweis: Jedes Investment in Aktien ist mit Risiken behaftet. Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust. Engagements in den Reporten vorgestellten Aktien bergen Währungsrisiken. Alle Angaben in den Reporten stammen aus Quellen, die wir für vertrauenswürdig halten. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Um Risiken abzufedern, sollten Anleger ihr Vermögen deshalb grundsätzlich streuen. Die Artikel in den Reporten stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Die veröffentlichten Informationen geben die Meinung der Redaktion wieder.

Hinweis nach WPHG § 34b :

Der Autor ist in der Aktie investiert.

8 Comments. Leave new

  • David Cazzetta
    May 24, 2018 5:05 pm

    Hallo Christian

    Ich habe (mal wieder) ein paar Fragen zu deinem Tool…

    Beim wirtschaftlichen Führungsstil schaust du dir die Verschuldung an, indem du die Schulden durch EBIT dividierst. Frage: Wäre es nicht klüger, wenn man hier stattdessen den dynamischen Verschuldungsgrad (mit dem Cashflow im Nenner) heranziehen würde (zumal für die Rückführung der Schulden zusätzlich zum EBIT ja auch der Betrag verwendet werden kann, welcher buchhalterisch abgeschrieben wurde)? Ausserdem: Weshalb ziehst du hier nicht auch den statischen Verschuldungsgrad (= Fremdkapital / Eigenkapital) heran? Die Verschuldung nur aus Sicht der Ertragskraft zu betrachten erscheint mir nicht korrekt. Oder wie siehst du das?

    Bei der Renditekalkulation (Rendite 2) stellst du immer auf den durchschnittlichen Cashflow der letzten 3 Jahre ab. Frage: Wie sieht es mit Quartalszahlen aus? Berücksichtigst du diese irgendwo (auch ausserhalb der Renditekalkulation)? Zugegeben, wahrscheinlich werden die Cashflows der letzten 4 Quartale meist nicht allzu gross von deinem Durchschnitt abweichen, aber es wäre dennoch eine Überlegung wert. Andererseits baust du so bereits eine Art Sicherheit ein. Ich persönlich würde allerdings lediglich am Schluss der Berechnung einen Sicherheitsabschlag vornehmen (ansonsten habe das Gefühl, dass ich das Ganze zu konservativ betrachte und nie die Gelegenheit für einen Kauf erhalten werde).

    Und noch eine Frage zur Renditekalkulation (Rendite 2): Von welchen zwei Werten gehst du aus, wenn du die “Rendite bei heutigem Kurs” berechnest?

    Ich danke dir bereits jetzt und bin gespannt auf deine Antworten.

    Beste Grüsse
    David

    Reply
    • Hamsterradblog
      May 24, 2018 6:11 pm

      Hallo David,

      man kann die selbe Berechnung grundsätzlich mit den Cashflows oder dem Netto-Gewinn auch machen. Ich verwende am liebsten das EBIT, weil Cashflows stark schwanken und Gewinne häufig stark verfälscht sind. Dein Denkansatz ist aber meiner Meinung nach korrekt und sinnvoll. Man kann sich sicher beides ansehen!

      Den statischen Verschuldungsgrad schaue ich mir auch an, werte ihn aber im Rahmen der Analysen nicht aus. Ich halte ihn grundsätzlich nicht für so aussagekräftig, wie der dynamische Verschuldungsgrad. Trotzdem ist er interessant.

      Ich verwende fast immer einen 3 Jahresmittelwert, schaue mir aber auch das aktuelle Jahr an, um Entwicklungen festzustellen. Wenn die Cashflows zuletzt stark gestiegen sind und nachhaltig sind, nehme ich eine eigene Schätzung hier an. Meist ist der 3 Jahresmittelwert aber deutlich konservativer, was ich immer angenehm finde. Am besten stellst Du eine eigene Schätzung auf oder verwendest Mittelwerte, da Cashflows stärker schwanken als Gewinne. Es stimmt aber auch, dass man nicht zuviele Sicherheiten einplanen sollte, bzw. dies nur am Ende der Rechnung macht. Hier kommt es auf deine persönliche Risikobereitschaft an. Da ich die Analysen hier mit anderen Teile, will ich natürlich sicher sein, dass sie wirklich konservativ sind 😉

      Die Rechnung funktioniert so (Aktienkurs in 10 Jahren / Innerer Wert)^(1 / 10) – 1

      Reply
      • David Cazzetta
        May 24, 2018 7:05 pm

        Danke für die prompte Antwort. Der letzte Punkt ist mir aber noch immer nicht ganz klar… Müsste die Formel nicht folgendermassen lauten:
        (Aktienkurs in 10 Jahren / aktueller Kurs)^(1 / 10) – 1
        Und wie gelangst du zum Aktienkurs in 10 Jahren? Bei der Berechnung der “Rendite 1” ist es für mich nachvollziehbar, da du dort den künftigen Gewinn je Aktie mit dem künftigen KGV multiplizierst. Aber was ziehst du bei der “Rendite 2” heran? Bei der DCF-Berechnung errechnet man doch lediglich den Net Present Value, oder nicht?

        Reply
  • David Cazzetta
    May 28, 2018 6:54 pm

    Meintest du nicht eher die nachstehende Formel?
    (Aktienkurs in 10 Jahren / heutiger Aktienkurs)^(1 / 10) – 1
    Aber so oder so: Wie kommst du bei “Rendite 2” auf den “Aktienkurs in 10 Jahren”? Bei “Rendite 1” verstehe ich die Herleitung, hier hingegen nicht…

    Reply
    • Hamsterradblog
      June 2, 2018 10:11 am

      Du hast recht, ich habe mich verschrieben.

      Bei Rendite 2 wird ein DCF Verfahren berechnet. Hier gibt es keinen Aktienkurs in 10 Jahren sondern die Rechnung funktioniert anders. Ich habe auf meiner anderen Seite einen Beitrag dazu geschrieben:
      https://www.value-akademie.com/dcf-verfahren/
      Für den Endwert (Terminal Value) verwende ich immer den konservativeren Wert aus der genannten Formel von Investopedia und dem 15fachen des Free Cashflows nach 10 Jahren.

      Reply
      • David Cazzetta
        June 3, 2018 6:16 pm

        Sorry, ich scheine eine lange Leitung zu haben, denn ich verstehe es noch immer nicht. Vielleicht habe ich mich aber auch etwas unverständlich ausgedrückt. Mir ist durchaus bewusst, wie das DCF-Verfahren funktioniert und wie du den Terminal Value berechnest… Was ich noch immer nicht verstehe ist der Punkt “RENDITE BEI HEUTIGEM KURS”: Einerseits wird sicherlich der aktuelle Kurs herangezogen, aber WELCHES IST DER 2. WERT IN DER BERECHNUNG? Der faire Wert? Der faire Wert in 10 Jahren mit der vordefinierten Wachstumsrate?

        Reply
        • Hamsterradblog
          June 4, 2018 3:14 pm

          Jetzt weiß ich was du meinst.
          Hier bediene ich mich einem Trick und rechne von dem inneren Wert zurück auf den fairen Wert in 10 Jahren (meine Discount Rate ist = meiner Renditeforderung von in diesem Fall 8%). Dann kann ich mit dem aktuellen Kurs die erwartete Rendite berechnen: ((IW*(1+Discount Rate)^10)/aktuellen Kurs)^(1/10)-1

          Alternativ kannst Du auch mal nach Reverse DCF suchen. Diese berechnet das Wachstum, das im aktuellen Kurs eingepreist ist. Danach kannst Du entscheiden, ob Du optimistischer oder pessimistischer für das künftige Wachstum. Wenn du optimistischer bist ist die Aktie unterbewertet, falls nicht dann nicht. Auch eine spannende Lösung!

          Gruß

          Christian

          Reply
          • David Cazzetta
            June 4, 2018 4:49 pm

            Jetzt haben wir uns verstanden, denn nun ist bei mir auch der Groschen gefallen… Vielen herzlichen Dank! 🙂

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