Hallo Hamsterfreund,

heute folgt nächste Aktienanalyse von mir! Heute die BASF Aktie. Wie bereits vermerkt möchte jede Woche mindestens eine weitere Analyse posten. Auf gehts 🙂

Zu BASF: Die BASF SE ist einer der weltweit größten Chemiekonzerne. Das Unternehmen aus Ludwigshafen produziert u. a. Chemikalien, Kunststoffe, Nahrungsmittelzusätze, Pflanzenschutzmittel, Lacke und Additive. Darüber hinaus ist BASF über die Tochtergesellschaft Wintershall in der Förderung, dem Transport und dem Vertrieb von Öl und Gas aktiv. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Biotechnologie. Das operative Geschäft des Konzerns ist in sechs Hauptgeschäftsfelder gegliedert, die wiederum in insgesamt 15 Unternehmensbereiche unterteilt sind: Chemicals (Inorganics, Petrochemicals, Intermediates), Plastics (Performance Polymers, Polyurethanes), Performance Products (Dispersions & Pigments, Care Chemicals, Nutrition & Health, Paper Chemicals, Performance Chemicals), Functional Solutions (Catalysts, Construction Chemicals, Coatings), Agricultural Solutions (Crop Protection, BASF Plant Science) sowie Oil & Gas (Exploration & Production, Natural Gas Trading). BASF verfügt über sechs Verbund- und 390 Produktionsstandorte weltweit. Das Unternehmen ist in fast allen Ländern auf dem Globus vertreten [Quelle Finanzen100.de].

Finanzkennzahlen (Stand 14.04.2016):

  • BASF Aktie. WKN: BASF11
  • Kurswert: 67,19€
  • Dividendenrendite 2015   4,1%
  • Ausschüttungsquote (Dividende / Gewinn): 66,9%
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 15,45
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): 1,95
  • Marktkapitalisierung 61,5 Milliarden €

SWOT-Analyse:

Aktienanalyse BASF
[BASF Aktie SWOT Analyse]

 

 

 

 

 

 

 

 

Wachstumsanalyse BASF Aktie (47 Punkte):

Aktie BASF
[Wachstum der BASF Aktie]

 

 

 

 

 

Die Wachstumsanalyse zu BASF liefert gemischte Ergebnisse. Man kann erkennen, dass der Gewinn seit 5 Jahren nicht mehr gewachsen, sondern geschrumpft ist. Im letzten Jahr war dieser Effekt durch Wertberichtigungen im Öl- und Gasgeschäft noch erheblich größer. Auch der Umsatz ist seit 5 Jahren rückläufig. Bei Buchwert (Dividenden sind inkludiert) ist ein stetiges Wachstum von 6-7% zu erkennen. Beim Kapitalfluss schwanken die einzelnen Werte zwischen knapp 8% und 20%. Im letzten Jahr konnte der Kapitalfluss sogar um 35% gesteigert werden. An dieser Stelle möchte ich den wichtigen Hinweis liefern: Wenn die verschiedenen Wachstumswerte nicht in selbem Maße steigen oder fallen muss der Investor genauer hinsehen, um die Ursachen dafür zu finden. Sonst kann keine genaue Aussage über die Zukunft gemacht werden und alle weiteren Schritte sind unnötig und nicht aussagefähig. In dem Depot, in dem ich dieses Bewertungssystem anwende würde ich BASF alleine aufgrund dieser Tatsache nicht weiter analysieren und nicht weiter für einen Kauf in Betracht gezogen. Da ich in diesem Depot nur wenige ausgewählte Titel kaufe, müssen diese möglichst alle Kriterien erfüllen. Das kann für ein breit aufgestelltes und diversifiziertes Portfolio anders aussehen. Hier kann man BASF durchaus in Betracht ziehen, da man eine höhere Risikostreuung hat (z.B. in einem klassischen Dividendenportfolio).

Für diesen Artikel mache ich mir dennoch die Arbeit etwas genauer hinzuschauen.

Gewinn : Der Grund dafür, weshalb der Gewinn rückläufig ist, ist schnell gefunden. Wie man in der Gewinn- und Verlustrechnung erkennen kann, liegt die Ursache im ebenfalls rückläufigen Umsatz. Im Gegenzug steigen die Kosten z.B. für Forschung und Vertrieb an. Unterm Strich bleibt also weniger Gewinn übrig.

Umsatz: Die Umsätze sind, bis auf die Bereiche Funktional Materials & Solutions und Agricultural Solutions, rückläufig. Die Gründe dafür sind kleinere Absatzmengen, aber vor allem auch geringere Preise. BASF ist an dieser Stelle abhängig von den Rohstoffpreisen und einer gut funktionierenden Weltwirtschaft. Das die niedrigeren Rohstoffkosten zu niedrigeren Produktpreisen führen zeigt mir, dass BASF hohem Wettbewerb ausgesetzt ist, sonst könnte BASF die Preise stabiler halten und von den niedrigeren Rohstoffpreisen profitieren. Somit ist BASF kein klassisches “Burggraben” Unternehmen.

Buchwert und Dividende:

Der Buchwert je Aktie ist eine der wichtigsten Größen. Zusammen mit der Dividende ist er Buchwert die einzige Möglichkeit, wie das Unternehmen dem Investor Geld erwirtschaftet, da der Buchwert der “tatsächliche” Unternehmenswert ist (wenn man alle Vermögenswerte verkaufen und alle Schulden begleichen würde, bliebe genau der Buchwert übrig). Hier ist durchaus noch ein anständiges Wachstum zu erkennen.

Kapitalfluss:

Der Kapitalfluss ist sehr stark gestiegen, dem Unternehmensbericht kann man entnehmen, dass hier Vorräte verkauft wurden, die wegen der geringeren geringeren Nachfrage nicht benötigt werden. Die Zahlen wurden somit etwas “geschönt”. Wenn es wieder bergauf geht ist anzunehmen, dass diese Vorräte wieder aufgestockt werden müssen.

Wirtschaftlicher Führungsstil (52 Punkte):

BASF Analyse
[BASF Aktie]

Bei den beiden Rentabilitätszahlen wünschen wir uns Werte, die größer als 10% sind. Hier kann die BASF Aktie nur bei der Eigenkapitalrendite richtig gute Werte vorzeigen. Die Rentabilität auf das investierte Kapital ist dagegen nur “befriedigend”. Bei den Schulden sieht man zudem, dass BASF eine relativ hohe Verschuldung aufweist. Das ist branchenbedingt üblich und hängt mit den hohen Kosten in manchen Produktsegmenten zusammen. Dies sollte der Investor jedoch kritisch sehen, denn hohe Schulden führen relativ schnell zu größeren Problemen, wenn die Gewinne wegbrechen. RWE und E.ON sind gute aktuelle Beispiele. Zumindest konnten im vergangenen Jahr trotz der geringen Gewinne die Schulden verringert werden.

Renditekalkulation (56 Punkte):

Aktienanalyse BASF
[Aktie BASF Rendite]

Die Renditeberechnung ergibt bei einer angenommenen Wachstumsrate von 6% eine voraussichtliche Rendite zwischen 5% und 6%. Bei Rendite1 kommt man auf gut 5% und bei Rendite2 auf 6% mit einem Kostenaufschlag von 10%.

Die Renditeaussichten sind also bei aktuellem wirtschaftlichen Umfeld sehr begrenzt. Für eine geforderte 8% Rendite mit 20% Sicherheitspuffer müsste der Kurs auf 44,90€ fallen.

Fazit (155 von 300 Punkten):

Als Fazit kann man festhalten, dass sich die BASF Aktie derzeit in einer schwierigen Lage befindet. Das Unternehmen leidet unter den niedrigen Rohstoffpreisen und die zukünftige Gewinnentwicklung ist stark von der Rohstoffpreisentwicklung abhängig. Im Jahresbericht steht, dass BASF mit einem Ölpreis von 40$ für 2016 plant. Der aktuelle Ölpreis liegt etwas höher, fraglich ist jedoch, ob der angenommene Wert auch für das restliche Jahr zutrifft oder sich hier stärkere Ausschläge nach oben oder unten ergeben. Das alles klingt schon eher wie eine Wette und nicht nach einem Investment.

Ich würde die BASF Aktie für ein Investment deshalb so nicht in Betracht ziehen, da ich mein Depot mit dem Bewertungssystem auf ausgewählte Einzeltitel beschränke. Hier möchte ich mir keine “Wetten” ins Depot holen, sondern solide Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten, bei denen die Erträge möglichst kalkulierbar sind.

Dennoch kann die BASF Aktie ein gutes Investment für Dich sein. Für mich käme BASF z.B. für ein stark diversifiziertes Dividenden Portfolio in Betracht. Hier muss man natürlich genügend andere Titel im Depot haben, damit eine negative Entwicklung bei einzelnen Titeln nicht übermäßig die Rendite beeinflusst. Hier kann man mit BASF auf steigende Rohstoffpreise setzen, wobei man dann sicher auch die klassischen Ölunternehmen, wie Shell in Betracht ziehen sollte.

Nächste Woche kommt wieder mindestens eine weitere Analyse. Außerdem hoffe ich, die ersten Videos fertig zu bekommen.

Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 1

Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 2

Bis dahin und liebe Grüße euer Hamster

Unterschrift

[Sonstige Quellen: Pexels.com]

Risikohinweis: Jedes Investment in Aktien ist mit Risiken behaftet. Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust. Engagements in den Reporten vorgestellten Aktien bergen Währungsrisiken. Alle Angaben in den Reporten stammen aus Quellen, die wir für vertrauenswürdig halten. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Um Risiken abzufedern, sollten Anleger ihr Vermögen deshalb grundsätzlich streuen. Die Artikel in den Reporten stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Die veröffentlichten Informationen geben die Meinung der Redaktion wieder.

Hinweis nach WPHG § 34b :

Der Autor ist in der Aktie investiert.

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