Allianz Aktie

Aktienanalyse: Let’s Value Nr. 3 – Allianz Aktie

Hallo Hamsterfreund,

heute folgt nächste Aktienanalyse von mir! Heute die Allianz Aktie. Wie bereits vermerkt möchte ich jede Woche mindestens eine weitere Analyse posten. Auf gehts 🙂

Zu Allianz: Die Allianz SE ist einer der weltweit größten Finanz- und Versicherungskonzerne. Das Unternehmen aus München ist vornehmlich im Erstversicherungsgeschäft sowie im Finanzdienstleistungsbereich bzw. der Vermögensverwaltung tätig. Das operative Geschäft der Allianz gliedert sich in die vier operativen Segmente Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und Krankenversicherung, Asset Management (Allianz Global Investors) sowie Bankgeschäft (Oldenburger Landesbank/Allianz Bank; wird im Geschäftsbereich „Corporate/Sonstiges“ ausgewiesen). Dabei wendet sich das Unternehmen sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden bzw. Institutionelle Investoren. [Quelle Finanzen100.de].

Finanzkennzahlen (Stand 21.04.2016):

  • Allianz Aktie. WKN: 840400
  • Kurswert: 155,95€
  • Dividendenrendite 2015:   4,46%
  • Ausschüttungsquote (Dividende / Gewinn): 50,1%
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 10,71
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): 1,13
  • Marktkapitalisierung 71 Milliarden €

SWOT-Analyse:

SWOT Allianz
[SWOT Analyse Allianz Aktie]

Wachstumsanalyse Allianz Aktie (43 Punkte):

Wachstumsanalyse Allianz
[Allianz Aktie Wachstumsanalyse]

So direkt ran an den Speck! Vorab: Da es sich um ein Versicherungsunternehmen handelt müssen wir hier etwas anders agieren, als in anderen Branchen. Wer dazu mehr Detailinformationen braucht, dem empfehle ich dringend den aktuellen “Anual Shareholder Letter” von Warren Buffett zu lesen, er geht hier im Detail auf Besonderheiten von Versicherungsgesellschaften ein. Aber zurück zu den “Wachstumswerten”.

Wenn man alle Wachstumswerte mittelt, kommt man bei der Allianz Aktie lediglich zu einem Wachstum von 4,35% in den letzten 10 Jahren. Ich hab daher einmal etwas tiefer in den Zahlen gegraben und festgestellt, dass zwischen 2003 bis 2006 die Gewinne jährlich zwischen 25% und 87% angestiegen sind. Danach gab es dann erstmal bis nach der Finanzkrise stark schwankende Werte. Daher hab ich mich dazu entschlossen, die Werte der letzten 5 Jahre für die Bewertungen heranzuziehen, da ab hier wieder konstantes Wachstum zu erkennen ist. Hier kann man jetzt ein Wachstum zwischen 5% und 9%, je nachdem welchen Wert man verwendet ableiten. Einzige Ausnahme ist der Umsatz. Hier wurde in den letzten 5 Jahren lediglich ein Wachstum von 1,5% erreicht. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung kann man erkennen, dass der Grund dafür bei den nur moderat steigenden Beitragseinnahmen zu suchen ist. Hier macht sich das starke Wettbewerbsumfeld aber auch die Regulierung einiger Geschäftsbereiche, wie beispielsweise im Krankenversicherungsgeschäft, bemerkbar.

Der Gewinn konnte dennoch gesteigert werden, weil die Finanzierungskosten und Versicherungsforderungen in Summe weniger ansteigen als der Umsatz. Zudem konnten in den vergangenen Jahren gute Kapitalerträge, mit dem Geld der Versicherten, erwirtschaftet werden.

Da der Bereich “Buchwert + Dividende” den tatsächlichen Nutzen für den Investor ausweist und dieser in den vergangenen Jahren (3 Jahre, beziehungsweise 5 Jahre) um 6%, beziehungsweise 7% gestiegen ist, werde ich 6% als Wachstum für die Kalkulation verwenden. Dies Wert liegt halbwegs im Bereich des 10 Jahreswachstums von “Buchwert + Dividende”.

Wirtschaftlicher Führungsstil (67 Punkte):

Managment Allianz
[Allianz Aktie Management]

Was sagen uns diese Zahlen? Die Renditen der Allianz Aktie sehen gut aus, da ich Werte in der Größenordnung von 10% als gut bezeichnen würde. Ab 15% vergebe ich die volle Punktzahl von 100.

Sehr positiv ist finde ich, dass das Unternehmen im Prinzip keine langfristigen Verbindlichkeiten hat. Durch diese Situation ist Allianz auch in Krisenzeiten finanziell gut aufgestellt.

Renditekalkulation (84 Punkte):

Aktienbewertun Rendite Allianz
[Allianz Aktie Renditekalkulation]

Die Renditeberechnung ergibt bei einer angenommenen Wachstumsrate von 6% eine voraussichtliche Rendite zwischen 7% und bis zu 9%. Bei Rendite1 kommt man auf gut 7% und bei Rendite2 auf 9% – 10%.

Falls Du ein Zahlenfuchs bist: Ich möchte kurz auf die Besonderheit der Versicherungsbranche eingehen. Den freien Kapitalfluss, der für Rendite2 verwendet wird, bestimmt man üblicherweise, indem man von dem operativen Kapitalfluss die Kapitalaufwendungen für alles, was man zum Weiterbetrieb (Geschäftsausstattung) benötigt, abzieht. Der freie Kapitalfluss stellt die  Geldmenge dar, die an Besitzer ausgeschüttet werden kann, beziehungsweise für andere Investments genutzt oder aufs Bankkonto gelegt werden kann. Aus meiner Sicht ist der freie Kapitalfluss deswegen die wichtigste Größe zur Bewertung von Unternehmen. Bei Versicherungen würde die normale Berechnungsformel dazu führen, dass man die gesamten Beitragszahlungen als freien Kapitalfluss ausweisen würde. Die Beitragszahlungen müssen jedoch investiert werden, um die Auszahlungen an Versicherungsnehmer finanzieren zu können. Deswegen wird dieses Geld unter Ausgaben für Investments in der Kapitalflussrechnung gelistet. Normalerweise werden Investments nicht für die Berechnung des freien Kapitalflusses verwendet. Allerdings sind diese Ausgaben für einen Versicherer für den Weiterbetrieb des Geschäfts notwendig und müssen berücksichtigt werden. Unter dieser Rubrik im Kapitalfluss-Statement werden allerdings alle Investments geführt, somit ist keine klare Abgrenzung zwischen wirklichen Investitionen für das Unternehmen selbst und Investitionen der Beiträge möglich.

Ich habe mich daher entschieden den umgekehrten Weg einzuschlagen. Der freie Kapitalfluss wird normalerweise zur Zahlung der Dividende, dem Kauf von Investments, zur Rückzahlung von Schulden oder als simpler Cash auf dem Bankkonto verwendet. Außer den Dividenden landet der freie Kapitalfluss daher im “Eigenkapital” des Unternehmens. Daher habe ich mir die letzten 5 Jahre angeschaut und die Dividenden und die Veränderung im Eigenkapital gemittelt um, wie üblich, einen Durchschnittswert zu erhalten. Dieser lag bei 6,208 Mrd. € pro Jahr. Dies stellt somit auch die Berechnungsgrundlage für Rendite2 dar.

Fazit (194 von 300 Punkten):

Die Analyse der Allianz Aktie kommt leider ein paar Wochen zu spät. Im Februar waren noch Kaufkurse von deutlich unter 130€ erreichbar. Hier hätte die Allianz Aktiesogar meine private Forderung von 8% Rendite mit 20% Sicherheitspuffer (Margin of Safety) locker erfüllt. Nichts desto trotz würde ich die Allianz zu aktuellem Preis mit einer halben Positionsgröße für mein Dividendenportfolio kaufen. Zumal die Allianz für mich sowieso in jedes Dividendenportfolio gehört. Natürlich nicht um jeden Preis!

Nächste Woche kommt wieder mindestens eine weitere Analyse.

Fragen zum Bewertungsverfahren? Guckst Du hier:

Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 1

Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 2

Bis dahin und liebe Grüße euer Hamster

Unterschrift

[Sonstige Quellen: Pexels.com]

Risikohinweis: Jedes Investment in Aktien ist mit Risiken behaftet. Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust. Engagements in den Reporten vorgestellten Aktien bergen Währungsrisiken. Alle Angaben in den Reporten stammen aus Quellen, die wir für vertrauenswürdig halten. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Um Risiken abzufedern, sollten Anleger ihr Vermögen deshalb grundsätzlich streuen. Die Artikel in den Reporten stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Die veröffentlichten Informationen geben die Meinung der Redaktion wieder.

Hinweis nach WPHG § 34b :

Der Autor ist in der Aktie nicht investiert.

Previous Post
Aktienanalyse: Let’s Value Nr. 2 – BASF Aktie
Next Post
Aktienanalyse: Let’s Value Nr. 4 – Johnson & Johnson

Related Posts

No results found.