Hallo Hamsterfreund,

was sind eigentlich die Erfolgs-zutaten von einem erfolgreichen Investment nach Value-Kriterien? Und wie kann man selbst Investieren wie Warren Buffett?

Diese Frage möchte ich in diesem Artikel beantworten:

Hierzu ein klasse Interview in dem Charlie höchstpersönlich alle 4 Faktoren in 2 Minuten erklärt (ab Minute 6):

Wie wir sehen ist das Investieren wie Warren Buffett (und Charlie Mungers) in 4 Punkte untergliedert. Diese Punkte sind schlicht und einfach:

  1. Man muss in der Lage sein das Unternehmen zu verstehen
  2. Das Unternehmen muss eine innere Eigenschaft aufweisen, die dem Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verschafft
  3. Das Management muss integer und talentiert sein
  4. Der Preis muss angemessen sein und eine Sicherheitsmarge aufweisen 1/2
  5. Der Preis muss angemessen sein und eine Sicherheitsmarge aufweisen 2/2

So fertig ist das perfekte Investment. Du kannst jetzt Investieren wie Warren Buffett. Mehr brauchst Du nicht zu wissen. Du kannst sofort loslegen!

Spaß beiseite, natürlich ist die wirkliche Frage, wie man genau diese Punkte selber an einem Unternehmen abarbeiten kann? Hierzu möchte ich aus dem, was ich in vielen Büchern, Interviews und Videos gelernt habe einmal mit Dir teilen:

Heute fangen wir mit Teil 1 an. Man muss in der Lage sein das Unternehmen zu verstehen:

Was bedeutet es eigentlich ein Unternehmen richtig zu verstehen? Niemand würde ein Teil an einer Firma kaufen ohne genau verstanden zu haben, was er für den Preis eigentlich genau erhält oder? Was sind die Produkte? Wer sind die Kunden? Wer sind die Konkurrenten? Wie verdient das Unternehmen Geld (falls es das überhaupt tut)? Was sind die Hauptrisiken? Was bei privaten Firmenbeteiligungen jedem einleuchtet, ist am Aktienmarkt komischerweise den meisten Leuten egal. Gekauft wird gerne, was oft genug empfohlen wird oder ein „Guru“ oder eine „Fachzeitschrift“ mit ein paar Sätzen und ein paar bunten Charts empfohlen hat.
Alternativ wird über ein ETF einfach die ganze Weltwirtschaft ins Portfolio eingebucht, wobei man von dieser zwar langfristig profitieren kann, jedoch keinen blassen Schimmer davon hat, was man eigentlich genau für sein Geld gekauft hat.

Buffett geht hier anders vor. Er erzählt gerne, dass er den ganzen Tag liest und sich permanent weiterbildet. Den meisten Menschen (mir auch) fehlt hierzu die Zeit. Deswegen bietet es sich als Privatinvestor an mit Unternehmen zu starten die man bereits kennt. Welche Produkte kauft man privat gerne? Welche Expertise hat man aus seinem Beruf? Womit verbringt man seine Freizeit? Hier kann man potenzielle Unternehmen finden, die man prinzipiell verstehen kann.

Die Hürde selbstbewusst zu behaupten, dass man ein Unternehmen und den jeweiligen Markt wirklich verstanden hat ist dabei vermeintlich deutlich höher als bei einem Hauskauf. Den meisten Menschen fällt es deutlich leichter ein Haus für mehrere hunderttausend Euro zu kaufen als ein Aktienunternehmen für 10.000€. Ich finde diesen Sachverhalt sehr interessant und frage mich häufig: Warum ist das so?

Dabei ist ein Haus, z.B. als vermietetes Objekt, sehr leicht mit einer Firma zu vergleichen. Es gibt Ein- und Ausgaben. Es gibt einen Vermögenswert den man für sein Geld erhält (Wert des Hauses) und es gibt ggf. Schulden (Grundschuld oder andere Schulden und Verbindlichkeiten). Außerdem kann man anhand der Lage halbwegs abschätzen, ob das Haus auch in Zukunft gut zu vermieten ist oder nicht. Schließlich gibt es auch beim Haus Risiken (Mietausfall, unerwartete Instandhaltungsmaßnahmen oder sonstige Dinge, die beim Kauf nicht absehbar waren).

Bei einem Unternehmen gibt es all diese Dinge ebenfalls. Aufgrund der guten Datenbasis bei Aktiengesellschaften liegen über Unternehmen allerdings viel mehr Informationen vor. Neben zahlreichen Zahlen und Geschäftsberichten gibt es zudem tausende Personen, die Meinungen zu einem Unternehmen abgeben. Ich denke der Hauptgrund, dass Menschen eher ein Haus für hunderttausende Euro kaufen als 10.000€ in Aktien zu investieren liegt im Wesentlichen an diesen Punkten:

  • Das Lesen von Geschäftszahlen wird einem nirgends anständig beigebracht
  • Es liegen so viele Informationen vor, dass es schwierig ist, die wirklich relevanten Infos darunter ausfindig zu machen
  • Die aktuellen Kurse und Nachrichten bei Aktien können Panik und Verunsicherung auslösen
  • Unter einem Haus das man sich angesehen hat, kann man sich ein gutes Bild machen

Deswegen kommt dem Verständnis über ein Unternehmen eine besondere Bedeutung zu. Wenn Du wirklich verstanden hast, wie ein Unternehmen sein Geld verdient und weshalb die Unternehmensgewinne auch in Zukunft trotz irgendwelcher Nachrichten (irgendeine Sau wird immer durchs Dorf getrieben!) weiterhin fließen, dann hast Du entscheidende Vorteile:

  • Du wirst Chancen sehen, wo andere Risiken sehen und ängstlich sind
  • Du wirst keine Panikverkäufe tätigen
  • Du wirst auch bei großen Kursrückgängen ganz entspannt bleiben, dich sogar darüber freuen und Aktien nachkaufen

All diese Dinge sind bei einem erfolgreichen Investment am Aktienmarkt enorm wichtig. Sonst wirst Du der Finanzindustrie durch Kurs- oder Nachrichten-getriebenes Handeln Umsätze durch zahlreiche Kauf- und Verkaufsorders bescheren oder mindestens genauso schlimm. Du wirst niemals auch nur einen Euro in ein Aktienunternehmen investieren.

Ich weiß, dass Recherche Arbeit bereitet und viele Menschen gerade hier Zeit sparen und direkt nach dem Preis einer Aktie schauen. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Geldanlage um ein Vielfaches und sorgt dafür, dass es eher ein Glücksspiel, als ein rationales Investment ist und steigert enorm Dein Risiko in sogenannte Value-Fallen zu treten und vermeintlich günstige Aktien zu kaufen (die RWEs und Commerzbanken dieser Welt). Investieren wie Warren Buffett sieht nun eben anders aus.

Mein Tipp – Investieren wie Warren Buffett:

Lerne Investieren wie Warren Buffett oder zumindest eigne Dir einige seiner guten Eigenschaften an. Beim nächsten potenziellen Investment lese kritische Unternehmensanalysen oder Einschätzungen (z.B. auf Seekingalpha.com, Schnapp Dir zumindest den letzten Jahresbericht des Unternehmens und hier liest Du nur die Unternehmensvorstellung, die Management Zusammenfassung und den Teil, wo die Unternehmensrisiken beschrieben werden. Wenn Du dann noch die Selben Teile in einem Geschäftsbericht eines direkten Konkurrenten liest, dann bist Du schon ganz weit vorne.

Bist Du danach noch 100% von dem Unternehmen überzeugt, dann kannst Du die nächste Stufe betreten und nach dem Wettbewerbsvorteil suchen. Dies werde ich in Teil 2 als nächstes beschreiben.

Hierzu finden sich demnächst auch Videos in meinem YouTube Videokurs.

 

Eine detaillierte Schritt für Schritt Anleitung mit weiteren Informationen wird es darüber hinaus noch in dem Premiumkurs geben.

Beiträge hierzu folgen in Kürze:

Liebe Grüße und erfolgreiches Investieren 🙂

Dein

Aktien kaufen

1 Comment. Leave new

Ein fantastischer Beitrag und eine tolle Reihe. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Teile. Beim vierten Punkt gehst du wahrscheinlich auf die DCF-Methode ein, richtig? Es gibt ja mehrere Methoden, um den inneren Wert zu bestimmen und damit die Sicherheitsmarge zu ermitteln. Kannst du die verschiedenen Methoden vorstellen?

Tatsächlich habe ich auch vor die Investmentstrategie von Buffett und Munger in meinem Blog zu besprechen und sehe da auch mehrere Posts vor. Allerdings werde ich das wohl nicht in naher Zukunft machen.

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