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Aktienanalyse: Das Bewertungsverfahren Teil 2

Hallo Hamsterfreund,

heute möchte ich, wie in Teil 1 angedroht, auf die SWOT-Analyse und das Bewertungssystem genauer eingehen.

Bei jeder Aktienanalyse werde ich eine kurze Unternehmensvorstellung (wirklich nur sehr kurz) einfügen und ich die wichtigsten Kennzahlen auflisten. Bisher sind das aus meiner Sicht diese:

  • Kurswert
  • Dividendenrendite
  • Ausschüttungsquote (Dividende / Gewinn)
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
  • Marktkapitalisierung

Sofern noch andere Daten gewünscht werden kannst Du mich gerne kontaktieren. Ich möchte die Zahl der Kennzahlen jedoch auf ein Minimum reduzieren. So. Jetzt aber weiter zur SWOT-Analyse.

SWOT-Analyse:

SWOT Analyse
[Eigene Darstellung]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die SWOT-Analyse kommt ursprünglich aus den Fachbereichen des strategischen Managements und Marketings. Der Ansatz ist nicht sonderlich kompliziert oder neu, dennoch ist er sehr gut geeignet um standardisiert und strukturiert Unternehmensinformationen zusammenzustellen und auszuwerten – oder auf Deutsch: Wir machen es immer so, damit jede Bewertung gleich strukturiert ist! Das Gute an der SWOT-Analyse ist dabei, dass man sich neben den positiven Eigenschaften auch die negativen Eigenschaften bewusst macht. In diesem Teil der Analyse müssen wir zwingend Eigenschaften finden, die dem Unternehmen auch in der Zukunft Gewinne und weiteres Wachstum ermöglichen. Heute spricht man vom sogenannten “Burggraben“. Was “Burggraben-Eigenschaften” sind werde ich in einem kurzen Video erklären, denn es gibt fünf Hauptmerkmale, die ein Unternehmen ausmachen können. Aber das kannst Du wiederum völlig anders sehen und deswegen ist es wichtig, dass Du Dir Deine eigenen Gedanken hierzu machst.
Ich werde an dieser Stelle eine Tabelle mit Eigenschaften füllen, die in etwa so wie links dargestellt aussehen wird.

Als nächstes werde ich dann die Wachstumsanalyse vorstellen.

Wachstumsanalyse:

Wachstum
[Eigene Darstellung]

 

 

 

 

 

Mein Zeithorizont für sämtliche Wachstumsanalysen beträgt immer 10 Jahre rückwärts. Ich werte die meiner Meinung nach wichtigsten vier Zahlen aus, an denen man Wachstum ableiten kann (Gewinn, Umsatz, Buchwert und Kapitalfluss) und vergebe für den mittleren Wert eine Punktzahl (0 Punkte bei 0% Wachstum und 100 Punkte ab 10% Wachstum). Die Ergebnisse stelle ich in einer (hoffentlich) übersichtlichen Tabelle vor (Du merkst schon, ich stehe auf Tabellen!). An dieser Stelle wird es bereits interessant. Was ist jetzt die wichtigste Erkenntnis aus dieser Tabelle links? Ganz einfach: Die Wachstumszahlen sehen solide aus. Das Wachstum ist nicht nur sehr hoch, sondern auch “gesund”. Wie komme ich darauf? Dazu werde ich ein kurzes Video erstellen, doch heute möchte ich zunächst das Bewertungsverfahren vorstellen.

Jetzt zum wirtschaftlichen Führungsstil.

Wirtschaftlicher Führungsstil:

Diesen Punkt habe ich eingefügt um schlecht geführte Unternehmen erkennen zu können. Gerade im Bereich des Managements ist eine Bewertung immer schwierig. Mit den verwendeten Kennzahlen kann man jedoch sehr gut ableiten ob:

  1. Das Unternehmen finanziell solide geführt wird (stetiges Wachstum)
  2. Das Management gerne Unternehmensanteile einkauft, beziehungsweise im Portfolio behält, die nicht sonderlich gut wirtschaften (schlechte Eigenkapitalrendite)
  3. Zu hohe langfristige Schulden angehäuft wurden (Der Hamster möchte am liebsten Unternehmen, die keine langfristigen Schulden aufweisen)
[Eigene Darstellung]
[Eigene Darstellung]

 

 

 

 

 

 

Bei der Punktevergabe werden die 100 Punkte bei der Rentabilität des investierten Kapitals und der Eigenkapitalrendite ab 15% vergeben. Bei den Schulden / Ergebnis nach Steuern gibt es 100 Punkte für alle Werte < 1 (die Zahl steht für die Anzahl der Jahre, die man das Ergebnis nach Steuern verwenden müsste, um alle langfristigen Schulden zu bezahlen).

Das Beste zum Schluss? So oder so ähnlich nehme ich an. Es folgt die Renditeberechnung.

Renditekalkulation:

Hier vergleiche ich zwei Bewertungsverfahren, die ich in den nächsten Tagen und Wochen noch genauer Erläutern werde.

[Eigene Darstellung]
[Eigene Darstellung]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das erste Verfahren (Rendite1) errechnet, mit Hilfe einer virtuellen Wachstumsrate, aus dem aktuellen Gewinn je Aktie den zukünftigen Gewinn je Aktie (10 Jahre später). Aus einem virtuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich der Aktienkurs ermitteln. Dies ist nur möglich, wenn das Unternehmen ein solides Wachstum (wie ein Uhrwerk) vorweist. Ist dies nicht gegeben, so muss man an dieser Stelle Abschläge vornehmen (ist generell sinnvoll – Margin of Safety ist hier das Zauberwort). In diesem Fall habe ich ein geringeres Wachstum als die oben berechneten 30,9% verwendet.

Beim zweiten Verfahren (Rendite2) handelt es sich um ein klassisches Discounted Cash-Flow Verfahren (DCF). Zu deutsch bedeutet dies, dass die zukünftigen, erwirtschafteten Geldmittel (freier Kapitalfluss oder Free Cash-Flow) berechnet werden und diese Werte auf den heutigen Tag abgezinst werden (100€ in 10Jahren sind weniger wert als 100€ heute). Ich setze hier verschiedene Prozentsätze zum abzinsen (Discount Rate) an, um verschiedene Szenarien darzustellen. Die Wachstumsrate der Cash-Flows ist vom ersten Modell kopiert, damit es vergleichbar bleibt. Es werden die Cash-Flows des gesamten Unternehmens verwendet, so dass man als Ergebnis fünf “Faire Werte” erhält, die für verschiedene Zinssätze gelten. Zusätzlich gibt es noch Werte für Rabatt (Margin of Safety) und Premium (Aufpreis). Die erwartete Rendite ergibt sich aus dem Vergleich von Marktkapitalisierung und den “fairen” Unternehmenswerten.

Es gibt jeweils 100 Punkte ab 10% Rendite p.a. und 0 Punkte für eine Rendite von 0% oder kleiner.

Fazit:

Natürlich werde ich mein persönliches Fazit ziehen. Ich denke, dass ich jede Woche eine solche Analyse veröffentlichen werde und eine Liste aller Aktienanalysen erstellen werde, wo alle Informationen gesammelt werden. Wenn sich genügend Leser finden könnte man zudem eine Umfrage starten, welches Unternehmen ausgewertet werden soll.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ganz klar betonen. Dies ist mein persönliches Bewertungssystem, mit dem ich meine Investmententscheidungen treffe. Ich möchte dieses hier nicht mit Dir teilen, damit Du diese blind kopierst. Ich möchte Dir erklären, wie ich zu den Werten komme und zwar ganz transparent und offen. Ich möchte Dir das Wissen dahinter vermitteln, damit Du Deine persönlichen Entscheidungen treffen kannst. Deswegen werde ich die Berechnungen noch im Detail und Schritt für Schritt durchspielen und Dir ein paar warme Worte dazu sagen. Ich hoffe auch, dass ich hilfreiche Kritik und Verbesserungsvorschläge erhalte und nehme diese gerne auf. Also raus mit den Kommentaren…

Jetzt willst Du bestimmt noch wissen welche tolle Aktie das hier im Beispiel war – immerhin haben wir volle Punktzahl und über 22% Rendite ausgerechnet. Klingt zu toll um wahr zu sein? Ist es auch! Den Haken an diesem Unternehmen verrate ich Dir bei der ersten konkreten Aktienanalyse zu diesem Titel im Lauf der Woche. Ich werde zudem noch einen Beitrag zu der übergeordneten Thematik des Hamsterrads veröffentlichen um Dir zu zeigen, was meiner Meinung nach das Problem der heutigen Gesellschaft ist und warum Du Dich deshalb mit diesem Thema beschäftigen solltest.

Bis dahin und liebe Grüße euer Hamster

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