Hallo Leser,

heute gibt es einen neuen Artikel über die Margin of Safety und den Intrinsischen Wert:

“If you were to distill the secret of sound investment into three words, we venture the motto, MARGIN OF SAFETY” – Benjamin Graham

Das Prinzip eines fairen Wertes einer Aktie basierend auf der zukünftigen Ertragskraft ist ein altes und bewährtes Verfahren. Was der faire Wert oder intrinsische Wert eigentlich ist kannst Du hier nachlesen.

“Value is what you get, price is what you pay” – W. Buffett

Demnach müssen der Wert eines Unternehmens und der Preis eines Unternehmens an der Börse absolut nichts mit einander zu tun haben. Wenn der Kurs unterhalb des intrinsischen Wertes liegt, spricht man von einer Margin of Safety (Sicherheitsmarge). Dies widerspricht der Markteffizienzhypothese, die besagt, dass jede Information zu jedem Zeitpunkt korrekt eingepreist wird. Nach dieser Theorie wären Preis und Wert zu jedem Zeitpunkt gleich. Die meisten erfolgreichen Investoren sind der Meinung, dass dies nicht stimmt. Langfristig sind Preis und Wert stark miteinander verwurzelt und der Preis wird dem Unternehmenswert folgen. Allerdings gibt es immer wieder Situationen, wo die Anleger deutlich daneben liegen. Der beste Beweis ist die Blase am neuen Markt im Jahr 2000. Deutliche Schieflagen können nur durch extreme Angst oder Gier ausgelöst werden. Das Prinzip von Preis und Wert kann man für Aktien umsetzen und in diesem Schaubild habe ich versucht, es optisch darzustellen:

Die Margin of Safety ist enorm wichtig. Hier erkennt man wie das Prinzip funktioniert

Margin of Safety und intrinsischer Wert

Das Bild zeigt den intrinsischen Wert eines Unternehmens (kann aber auch auf ganze Aktienindizes gemünzt werden), wie er langfristig ansteigt. Zusätzlich sind zwei gestrichelte Linien eingezeichnet. Sie zeigen den Wert für eine 20%-ige Überbewertung (Preis ist höher als der Intrinsische Wert) und eine 20%-ige Unterbewertung (Preis ist niedriger als der intrinsische Wert) an.

In diesem fiktiven und völlig ausgedachten Schaubild soll verdeutlicht werden was passiert, wenn ein Investor bei einer 20%-igen Unterbewertung kauft und danach bei 20%iger Überbewertung verkauft. Es wird schnell klar, dass wir in diesem Szenario immer einen ordentlichen Gewinn einfahren werden. Natürlich kann man den intrinsischen Wert niemals zu 100% bestimmen, sondern lediglich eine Abschätzung vornehmen. Genau deshalb ist die Margin of Safety (hier 20%) so essenziell. Sie erlaubt Fehler und sichert das Investment ab.

Was möchte ich mit diesem Schaubild ausdrücken:

1. Je höher die Margin of Safety, desto:
– Höher sind die potenziellen Gewinne nach dem Kauf der Aktie
– Sicherer wird das Investment, da mehr Fehler und unvorhersehbare Entwicklungen abgedeckt sind
– Weniger potenzielle Einstiegspunkte für den Investor für den Kauf des Unternehmens. Bei zu hohen Sicherheitsmargen haben Investoren nur höchst selten die Möglichkeit zu investieren (Prinzip Buffett:    Nur in sehr wenige sehr sichere Investments investieren)

2. Dieses Prinzip funktioniert am besten bei Unternehmen, die langfristig ihren Wert steigern können (z.B. durch Wachstum). Unternehmen, die langfristig Wert vernichten, sind auch bei Unterbewertung risikoreich, da man nie weiß ob der Preis ansteigt, bevor das Unternehmen im Wert unter den Kaufkurs gefallen ist.

3. In Phasen der Angst sollten Unternehmensanteile gekauft werden, in Phasen der Gier sollten sie verkauft werden (Ausnahme: Buy-and-Hold Investoren).

All dies ermöglicht es dem Investor verschiedene Dinge selbst zu bestimmen:

a) Er kann z.B. eine sehr hohe Margin of Safety fordern (z.B. 50%). Dann wird er nur selten und sehr wenige Aktien finden, die er kaufen kann. Die Folge ist, dass er nur wenige Unternehmen im Depot haben wird und in diese mit viel Kapital investiert ist. Das führt dazu, dass man ein höheres Einzelrisiko hat, falls ein Unternehmen durch verschiedene Entwicklungen in Probleme gerät (z.B. Deepwater Horizon Event oder VW Abgasaffaire). Dies wird jedoch mit hohen Erträgen belohnt, sollte der Investor richtig liegen. Dies ist die Art und Weise, wie Buffett investiert. Jeder Bankberater oder Vermögensverwalter würde sagen, dass er sehr risikoreich unterwegs ist und ihm raten sein Vermögen auf mehr Werte zu „diversifizieren“! Weshalb kann Warren Buffett dies trotzdem tun?
„Risk comes from not knowing what you’re doing“ – W. Buffett

„Diversification is for  the ignorant“ – W. Buffett

Buffett reduziert sein Risiko nicht durch Diversifikation, sondern durch sein Wissen über Unternehmen. Er wählt nur Unternehmen aus bei denen er sich sicher ist, dass sie gute Investments sind. Wenn man den Markt schlagen will, dann muss man sich auf wenige exzellente Unternehmen konzentrieren. Genau deswegen ist dieser Investmentstil für viele Menschen so schwierig. Man muss den Mut haben, große Teile seines Geldes auf wenige Unternehmen zu verteilen von denen andere Menschen denken, dass diese Unternehmen kein gutes Investment sind.

Vorteile:

  • Potenziell sehr hohe Renditen. Eignet sich für Investoren, die hohe Renditen erreichen möchten oder müssen
  • Durch die niedrige Zahl an Unternehmen kann man sich viel intensiver mit diesen beschäftigen. Bei 50 Aktien im Depot wird es schwierig sein, alle Unternehmensnachrichten zu lesen und zu bewerten und darüber hinaus das Unternehmensumfeld im Auge zu behalten
  • Volle Kontrolle über seine Anlageerfolg. Das Marktrisiko ist nahezu nicht vorhanden, da man auch in fallenden Märkten und in Seitwärtsphasen hohe Gewinne erzielen kann

Nachteile:

  • Man muss sich zwangsläufig mehr mit den einzelnen Unternehmen beschäftigen, damit man sichere Investments finden kann
  • Fehler werden höher bestraft, da man wegen der geringeren Anzahl an Investments anteilig mehr Geld verlieren kann
  • Man muss auch mal längere Zeit mit hohen Cashbeständen aushalten. Mental ist das nicht einfach, wenn man gerne investieren möchte
  • Hohe Schwankungen in beide Richtungen im Depot möglich

b) Er kann niedrige oder gar keine Margin of Safety fordern. Dann kann er sehr viele Unternehmen sehr häufig kaufen. Er wird jedoch eine Rendite maximal in Hohe der Marktrendite von 6-8% haben. Ist dies das Ziel, dann kann man sich nicht mehr so genau über alle Unternehmen informieren, da es schlichtweg zu viel Arbeit ist. Auf der anderen Seite ist durch die hohe Anzahl an möglichen Unternehmen das Risiko gut gestreut. Buffett sagte einmal, dass man wenn man sich nicht auf 5-6 gute Unternehmen festlegen möchte, stattdessen direkt alle investieren sollte (z.B. über ETFs). Dies ist das, was allen Privatinvestoren ständig geraten wird. Am besten soll man dabei direkt irgendwelche Fonds kaufen und ständig Gebühren abdrücken (auch bei ETFs ist dies der Fall, wenn auch in sehr geringem Umfang).

Vorteile:

  • Geringe Einzelrisiken durch hohe Diversifikation
  • Besonders für Investoren geeignet, die bereits viel Kapital besitzen und nicht auf hohe Renditen angewiesen sind
  • Geringes Wissen über Unternehmen und Märkte notwendig

Nachteile:

  • Renditen lediglich im Bereich des Marktniveaus möglich
  • Hohes Marktrisiko. Fallen die Märkte, dann fallen auch die meisten Aktien. Der Anleger muss dies aushalten können
  • Durch hohe Anzahl an Unternehmen und die geringe Recherche zu Einzelunternehmen sind auch einige Pleitekandidaten in der Regel im Depot

Fazit Margin of Safety:

Unabhängig davon welcher Investortyp Du bist. Du kannst diese Entscheidung nur treffen, wenn du in der Lage bist einen intrinsischen Wert halbwegs zu bestimmen. Beide Anlagearten haben ihre Berechtigung und Du musst für Dich die Richtige treffen. Vielleicht willst Du Dir wie ich eine Rente aus Dividenden aufbauen. Reicht Dir dazu eine Rendite von 6% aus? Dabei hilft Dir vielleicht mein Rentenrechner aus diesem Artikel.

Wichtig ist vor allem folgendes:

Du musst wissen, was Deine Ziele sind und die richtige Anlagestrategie auswählen. Diese Entscheidung kannst nur Du treffen!

Für Strategie #2 (Breites Depot aufbauen) habe ich bereits meinen kostenlosen Grundkurs auf Youtube gestartet. Dieser wird ca. 40 Videos haben:

Für ambitionierte Investoren, die gerne noch tiefer einsteigen möchten, gibt es zusätzlich dann ab nächstes Jahr einen 2. Kurs für Strategie #1 (Depot mit wenigen grandiosen Werten aufbauen). Dieser wird ebenfalls 30 weitere Videos beinhalten und sehr tief ins Detail gehen. Man kann sich unverbindlich eintragen und ich verlose unter allen Vormerkungen 5 kostenlose Zugänge:

 

Gruß und schönen Abend

Aktien kaufen

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